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Die Hochzeitkutsche - Festkutsche Viktoria

Die alte und sehr exklusive Kutsche, welche unter Liebhabern auch „My Lord“ genannt wird, wurde Ende des 19. Jahrhunderts in England entwickelt und für den gehobenen Städtebürger für Geschäftszwecke von einem Bediensteten (Kutscher) gefahren. Zu Vergnügungszwecken fuhr der Besitzer selbst, dazu wurde der Kutschbock abgenommen. Dies ist an dieser original erhaltenen Kutsche noch heute ersichtlich; die Kurbelbremse wurde so montiert, dass sie von allen Sitzen aus zu bedienen ist.

Unsere Viktoria wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der Kutschenmanufaktur Hörger in Lorch bei Göppingen für den Reutlinger Textilfabrikenten Canz gebaut. Dieser benutzte die Kutsche vorwiegend um sich von seinem Fahrer in die Firma fahren zu lassen. Bald kamen jedoch die ersten Motorkutschen in die damalige Industriestadt Reutlingen und die Viktoria stand fast unbenutzt in irgend einer Industriehalle. Der Sohn des Erstbesitzers gab die Kutsche an einen Liebhaber auf der Alb, welcher mit ihr in den 50iger Jahren, anlässlich des Uracher Schäferlaufes, den Bürgermeister der Stadt Urach vorfahren ließ. Der Besitzer selbst nutzte die Viktoria nur an der Hochzeit seiner Tochter und zu seiner eigenen Silberhochzeit.  

Im Jahr 2007 wurde die Kutsche von Hartmut Reiser, dem Kutscher vom Kellerwald, erworben. Er selbst restaurierte und vergoldete die Kutsche aufwändig. Heute wird sie in weiten Teilen Deutschlands für Festlichkeiten aller Art genutzt. Hier zwei Bilder unserer Viktoria von der Präsentation auf der Hochzeitsmesse in der Stuttgarter Liederhalle - einmal mit offenem und ein mal mit geschlossenem Verdeck.